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Soto Zen Shojin-ryori Vol. 1: Okayu


Die Übung des Tenzo

Tenzo ist die Bezeichung für den im Zen-Tempel für die Speisenzubereitung zuständigen Mönch. Dogen Zenji legte auf den Akt der Essensaufnahme, der so unverzichtbar in unserem täglichen Leben ist, außerordentlich viel Wert. Im Tenzokyokun (Anweisungen für den Zen-Koch) beschreibt er die Aufgaben und die notwendige innere Einstellung des Tempelkochs. Im Fushukuhanpo (Das Dharma des Speisens) erläutert er die Verhaltensregeln und die Geisteshaltung der Personen, welche das Essen empfangen.

Ein wichtiger Punkt, der sich durch das gesamte Tenzokyokun zieht, liegt in der Bedeutung des Akt des Kochens als eine wertvolle Handlung des Buddha und eine Art der Zen-Übung. Dieser Punkt wird von verschiedenen Aspekten her eingehend und wiederholt behandelt.

In einer Zen-Meditationsgruppe werden den Teilnehmern oft verschiedene Aufgaben zugewiesen, wie etwa das Bedienen der verschiedenen Klanginstrumente, die Vorbereitung der Meditationshalle usw. Viele Anfänger sind nicht willens, die Aufgabe der Essenszubereitung zu übernehmen. Als Begründung führen sie an, sie hätten sich der Meditationsgruppe nicht angeschlossen, um zu kochen, sondern um Zazen zu praktizieren. Diese Haltung lässt leider erahnen, dass diese Person die Lehre von Dogen Zenji nicht verstanden hat.

Kochen und Zazen sind nicht voneinander zu trennen. Man muss lernen, dass beide gleichwertige Methoden der Zen-Übung sind. Es ist schwer, dies vollkommen zu begreifen. Willkürliches Kochen ohne Berücksichtigung des anderen ist keine Zen-Übung.

Aus diesem Grund weist Dogen Zenji wiederholt darauf hin, dass die großen und entschlossenen Zen-Meister der Vergangenheit die Position des Tenzo innegehabt haben. Er warnt davor, die Aufgabe des Tenzo halbherzig und ohne Verständnis ihrer Bedeutung auszuführen, weil dies nur harte Arbeit und eine verpasste Chance bedeuten würde.

Dogen Zenji lehrte weiterhin, dass der Tenzo die Aufgaben in der Küche selbst mit Sorgfalt ausführen solle, ohne sie an andere zu delegieren. Andere mit der Arbeit zu beauftragen hieße, die Gelegenheit zur Zen-Übung zu verpassen. Wer sich in einer Zen-Meditationsgruppe der Aufgabe des Tenzo verweigert, verpasst die Chance, die wahren Intentionen von Dogen Zenji zu verstehen.

In einem weiteren Sinne gilt dies auch für andere Tätigkeiten: Das Zusammenfalten der Futons nach dem Aufstehen, Gesichtwaschen, Zähneputzen, Säubern der Latrinen, Fegen des Tempelbezirks sowie das ordentliche Nebeneinanderstellen der Schuhe. Zazen wird nicht nur auf dem Meditationskissen praktiziert. Es ist wichtig zu lernen, dass Zen auch in allen Arbeiten des Alltags besteht.

Der Zen-Geschmack von Okayu (Reisbrei)

Okayu ist ein unverzichtbares Hauptnahrungsmittel in Zen-Tempeln. Der weich gekochte Okayu schont die Verdauungsorgane und ermöglicht eine gute Aufnahme der Nährstoffe. Zudem ist Reisbrei eine sparsame Möglichkeit, viele Mönche in der Ausbildung zu sättigen, da auf relativ wenig Reis viel Wasser kommt.

Für die Zubereitung von Okayu den ungekochten Reis in reichlich Wasser waschen. Das Wasser wird dabei so oft wechselt, bis es klar bleibt. Den Reis unter Zugabe einer Prise Salz 15 Minuten lang in der 5-8fachen Menge Wasser quellen lassen. Die Menge an Wasser entscheidet über die Konsistenz des Breis. Das Ganze in einem Topf zum Kochen bringen und dann auf schwacher Hitze 20-25 Minuten garen lassen. Den Topf vom Feuer nehmen und 10 Minuten lang bei geschlossenem Deckel dämpfen lassen. Den Reis während des Garens möglichst nicht Umrühren, um ein Zerdrücken der Reiskörner und eine zu klebrige Konsistenz zu vermeiden. Möglichst sofort servieren, damit der Reis nicht zuviel Wasser zieht. Beim Beimischen fester Zutaten harte Bestandteile wie Wurzelgemüse von Anfang an mitkochen. Weichere Zutaten erst beim Dämpfen oder unmittelbar vor dem Servieren zugeben.

Soto Zen Shojin Ryori