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O-bon, Sejiki-e

O-bon

Die an Obon abgehaltenen Gedenkzeremonien haben zwei Bedeutungen. Die eine ist, den Buddha und die Dharma-Vorfahren und andere, die verstorben sind, zu ehren. Die andere ist, allen Menschen Dankbarkeit auszusprechen, in deren Schuld wir stehen, lebende Menschen, unsere Eltern, Verwandten und Freunde eingeschlossen.

Der vollständige Name von Obon lautet Urabon-e, was von „Ullabana“ abstammt, einem alten indischen Wort. Gemäß des Sutra Bussetsu Urabon geht diese Tradition auf eine Zeremonie zurück, die Shakyamuni Buddha für die verstorbene Mutter von Maudgalyayana durchgeführt hat, der ein direkter Schüler des Buddha war. Ullabana bedeutet „kopfüber aufgehängt“. Durch diese Zeremonie wurde das Leid, in dem diese Mutter lebte (das Leid war so groß, dass es sich anfühlte, als wäre sie kopfüber aufgehängt) von ihr genommen.

Heute glauben die Menschen, dass diese Zeremonie das Leben der Eltern verlängert und alles Leiden und alle Seelenqualen von ihnen nimmt. Obon ist auch einer der traditionellen Feiertage in Japan, an denen Menschen Geschenke austauschen. Das andere traditionelle Ereignis ist das Neujahrsfest. Obon ist eine Zeremonie, die Geister der Ahnen respektvoll zu ehren; außerdem beten wir um ein langes Leben unserer Eltern. Als Vorbereitung auf die Begegnung mit den Geistern der Ahnen ist es Brauch, unser Haus gründlich zu reinigen und uns so zu verhalten, als ob wir Gäste erwarteten.

Grußfeuer (Kadobi)

Grußfeuer (Kadobi) On the evening of the 13th, fires are lit with hemp stalks or pine torches. These lights serve as a guide for the returning ancestors -They are like a voice crying out, "Come this way, Grandpa and Grandma." If these lights are not clearly visible, the spirits will be unsure which way to go.

Verabschiedung der Geister (Shoryo Okuri)

Die Geister werden gewöhnlich am 15. oder 16. August zurückgeschickt. Wiederum werden Hanfstängel entzündet und mancherorts auf kleine Boote mit Opfergaben gesetzt, um Flüsse hinab oder aufs offene Meer zu treiben. Aufgrund der Umweltverschmutzung werden die Boote heutzutage in Tempeln und an anderen Orten gesammelt. Die Menschen singen „Obon-Geister, fahrt weg auf diesem Boot“, und schicken sie vorsichtig auf die Reise.

Obon-Regal (Bondana)

Obon-Regal (Bondana) Wo werden die Ahnen, die für die Opfergaben gekommen sind, begrüßt? Man stellt ein besonderes Regal namens Obon-dana oder Tama-dana auf, worauf die Familiengedenktafel zusammen mit verschiedenen Opfergaben platziert wird. In Häusern, in denen man diese Art von Regal nicht hat, werden die Geister am Buddha-Altar begrüßt. Hier singt der Tempelpriester das tana-gyo, ein Sutra für die Ahnen. Das Obon-Regal wird gewöhnlich am Morgen des 13. aufgestellt. In einem Haus, wo ein Familienmitglied im vergangenen Jahr verstorben ist, stellt man das Regal zwischen dem 1. und 7. auf, dabei geht man mit größter Aufmerksamkeit vor. Auf diesen Regalen werden häufig Klöße geopfert. Sie werden unmittelbar nachdem die Familie die Geister der Verstorbenen am Grab begrüßt hat, auf das Altarregal gelegt.

Am 14. ist es Brauch, Nudeln zu opfern und am 15. mit süßem Bohnengelee umhüllte Reisknödel. Weiter gehört ungekochter Reis, zusammen mit fein gehackten Auberginen und anderem Gemüse in kleinen Häufchen auf Lotus- oder Paulownienblätter gelegt, zu den Opfergaben.

Man sagt, dass am 16. die Geister der Ahnen auf Kühen zurück reiten und dabei ihr Gepäck auf Pferde laden. Deshalb opfern wir Auberginen und Gurken in Kuh- und Pferdeform. Diese ähneln den Strohpferden, die man als Schmuck während des Tanabata-Fests verwendet. In einigen Regionen gibt es den Brauch, grüne Zedernzweige oder grüne Bambushalme an den vier Ecken des Regals zu befestigen, ähnlich dem Brauch am Neujahrsfest, bei dem man Kiefernschmuck zur Verehrung der Götter verwendet.

Auf jeden Fall sollte man solche Dinge als Opfergaben darbringen, von denen wir wissen, daß die Geister der Verstorbenen sie mögen, oder Opfergaben, die auf traditionelle Weise angebaut wurden. Besonders wenn man Dinge opfert, mit denen die Ahnen vertraut sind, werden sie zu uns zurück kommen.

Zeremonie zum Trost der Ahnen-Geister (Sejiki-e)

Die Obon Sejiki-e, eine Zeremonie zum Trost der Ahnen-Geister, ist in der Sotoshu ebenfalls wichtig. In jedem Sotoshu-Tempel findet diese Zeremonie statt, als Opfergabe für die Ahnen der Familie, für Eltern, Verwandte und für die Geister anderer Menschen, mit denen wir verbunden sind, auch wenn diese Geister nicht mehr mit lebenden Personen verbunden sind.