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Sutras

Was sind die Sutras?

Der Buddhismus ist eine Religion, die auf den Lehren des Buddha basiert. Aus diesem Grund haben die von Shakyamuni Buddha dargelegten Worte absolute Autorität. Die Sutras sind die Sammlungen seiner Predigten. „Sutra“ ist ein Wort in Sanskrit, das sich im Brahmanismus auf diejenigen heiligen Schriften bezieht, in denen alle Arten von Lehren und Vorschriften aufgezeichnet wurden. Dieses Wort ist nicht auf den Buddhismus beschränkt und bedeutete ursprünglich „Schnur“ oder „Faden“.

Nach dem Tode des Shakyamuni Buddha wurden seine Lehren durch seine Schüler mündlich weitergegeben. Da seine Schüler sich aber über allmähliche Änderungen der Lehrinhalte Sorgen machten, versammelten sie sich in einem Konzil, um die mündliche Überlieferung der Lehren des Buddha zu sammeln, zu organisieren und zu korrigieren.

Auf diesem Konzil übernahm Mahakashapa (der Nachfolger Buddhas) eine führende Rolle. Die Sutras wurden gemäß den Erinnerungen des Ananda korrigiert, der das beste Gedächtnis der großen Schüler Buddhas hatte. Die Ordensregeln wurden gemäß den Erinnerungen von Upali berichtigt, von dem man sagt, dass er unter den großen Schülern Buddhas hervorragend in der Befolgung der Ordensregeln war. Die Berichte wurden von vielen Schülern Buddhas zusammengefasst, die auf diese Weise in der Lage waren, zu prüfen und abzugleichen, was sie als Lehren Buddhas gehört hatten, und dem zuzustimmen.

Schließlich wurden Studien und Kommentare zu den Sutras und Ordensregeln verfasst, die als „Shastras“ bekannt wurden. Der allumfassende Begriff für diese drei Dinge (Sutras, Ordensregeln und Shastras) ist das „Tripitaka“ oder „Dreikorb“; in anderen Worten, Behälter, in denen die Sutras, Ordensregeln und Shastras aufbewahrt werden.

Später wurde die Gesamtmenge der buddhistischen Literatur so umfangreich, dass man vom „gesamten buddhistischen Kanon“ sprach.

Grundlegende Sutras

Shobogenzo (Die Schatzkammer der Erkenntnis des wahren Dharma)

Das Shobogenzo ist eine Sammlung von Lehrreden Dogen Zenjis, die zwischen August 1231 und Januar 1253 gehalten wurden. Wie der Titel andeutet, deckt dieses Buch gründlich den Hauptpunkt (Erkenntnis) des wahren Dharma ab, gemäß der Überlieferung durch die nach Shakyamuni Buddha kommenden Dharma-Nachfolger.

Ein Großteil des Buchinhalts besteht aus anspruchsvollen Lehren, die in der einzigartigen Sprache von Dogen Zenji seinen tief erleuchteten Geist ausdrücken.

Die gängigste Version des Shobogenzo besteht aus 95 Kapiteln. Diese Ausgabe wurde jedoch im Jahre 1690 von den Dharma-Nachfahren Dogens erstellt und basiert auf der Idee, dass Dogen Zenji ursprünglich beabsichtigte, das Shobogenzo in 100 Kapiteln zu schreiben.

Es gibt zwei Ausgaben des Shobogenzo, die Dogen Zenji selbst herausgegeben hat: eine mit 75 Kapiteln und eine spätere Version mit 12 Kapiteln. Es scheint so, als ob er beabsichtigte, diese Ausgaben systematisch zu organisieren und weitere Kapitel hinzuzufügen. Er starb jedoch, bevor er dieses Projekt vollenden konnte. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Ausgaben des Shobogenzo, die bis heute überlebt haben, einschließlich Versionen mit 60 und 28 Kapiteln.

Denkoroku (Übertragung von Licht)

Das Denkoroku ist ein Buch mit Lehren, die Keizan Zenji den Möchen in Daijoji ab Januar 1300 vermittelt hat. Er erteilte diese Lehren an Stelle seines Lehrers Gikai Zenji, später wurden sie von einem Keizan Zenji nahe stehenden Priester in Buchform zusammengefasst. Dies ist also eine Aufzeichnung der von ihm gehaltenen Lehrreden, jedoch nicht von ihm selbst niedergeschrieben.

Durch Shakyamuni Buddha begründet, wurde die Buddha-Lehre des Zazen (Buddha-Dharma) über Indien, China und Japan durch 53 Dharma-Vorfahren bis Keizan Zenji überliefert. Das Denkoroku ist eine Sammlung von Lehrreden, in denen Keizan Zenji über die Weise spricht, wie diese authentische Dharma-Überlieferung erfolgte. Jedes Kapitel behandelt einen der Vorfahren in dieser Linie, zitiert aus ihren Biographien, vermerkt das Hauptthema ihres Erwachens zum Weg und die Umstände, durch welche ihr Erwachen ausgelöst worden war. All das versah Keizan Zenji mit Kommentaren, mit Mahnungen an die Mönche und abschließenden Versen.

Dieses Buch basiert auf den Lehren Dogen Zenjis, und da es die historischen Berichte über die 53 Vorfahren sammelt, die den wesentlichen Inhalt der Lehren des Soto Zen ausmachen, gilt es neben dem Shobogenzo als eines der repräsentativen Bücher der Soto Zen-Schule.

Sutras für den alltäglichen Gebrauch

Shushogi (Die Bedeutung von Praxis und Bestätigung)

Das Shushogi besteht hauptsächlich aus Auszügen, die direkt aus dem Shobogenzo stammen. Während der Meiji-Ära gab es in allen buddhistischen Schule Bestrebungen, die wesentlichen Grundsätze ihres Glaubens zu bewahren und zu fördern, indem sie sich an die Zeiten anpassten. In der Soto Zen-Schule wurde ein Komitee gebildet, an dem viele Priester und Gläubige teilnahmen.

Einer von ihnen, ein Laie namens Ouchi Seiran (1845-1918), war die zentrale Figur bei der Zusammenstellung eines Werks, das dieses Komitee veröffentlichte: Tojo Zaike Shushogi. Die Soto Zen-Schule hielt dies für ausgezeichnetes Lehrmaterial für Laien und bat Takiya Takushu Zenji von Eiheiji und Azegami Baisen Zenji von Sojiji, die Inhalte dieser Arbeit zu überprüfen. Am 1. Dezember 1890 wurde dieses Werk unter dem Namen Soto Kyokai Shushogi veröffentlicht. Heute ist es unter dem Namen Shushogi bekannt.

Die Grundsätze der Soto Zen-Schule bilden eine Lehre, die für authentisch übermitteltes Buddha-Dharma eintritt, seit Shakyamuni Buddha von Geist zu Geist durch die Generationenreihe von Priestern weitergegeben: shikantaza (nur konzentriert auf das rechte Sitzen) und „Der Geist selbst ist Buddha“.

Das Shushogi lehrt uns, wie es uns möglich ist, diese Lehre aufmerksam in unserem täglichen Leben zu praktizieren, und wie wir unser Leben im Glauben erheben können.

Hannya Shingyo (Sutra der höchsten Weisheit, Herz-Sutra)

Das Herz-Sutra ist eine knappe Zusammenfassung des umfangreichen, 600-bändigen Sutras der Großen Weisheit. In nur 262 chinesischen Schriftzeichen werden der tiefgründige Gedanke des Buddha-Dharma und die Eigenschaften des unermesslichen Mitgefühls, worauf die Ausübung der Religion basiert, präzise umschrieben. Dieses Sutra wird von fast allen buddhistischen Gruppen in Japan rezitiert.

Formell wird es Maka Hannya Haramitta Shingyo genannt, dies ist ein Sutra, das die Essenz der „Perfektion der Großen Weisheit“ ausdrückt. Dieses Sutra drückt außerdem das Konzept der „Leerheit“ aus, die zentrale Lehre des Sutras der Großen Weisheit. Diese Idee wird in diesem Sutra präzise dargelegt.

Der Gedanke der Leere bedeutet nicht, dass es einfach keine Dinge gibt oder dass alles blank oder leer ist. Im Gegenteil, dieses Wort beinhaltet die philosophische Bedeutung, dass es innerhalb der Dinge keine feste Substanz gibt. Daher ist die Bedeutung der Worte „Form ist Leere, Leere ist Form“, dass Formen (alle Objekte, die das Auge sehen kann) leer sind (in der Ewigkeit gibt es nichts, dass sich nicht ändert) und Leere (Dinge, die sich verändern, erscheinen und verschwinden) Form sind (die Welt der Dinge).

Es soll acht verschiedene chinesische Übersetzungen dieses Sutras geben. Darunter sind die zwei bekanntesten die von Kumarajiva und Genjo. Die Übersetzung von Genjo ist diejenige, die am meisten gesungen wird. Es ist die Version, die im Allgemeinen als Herz-Sutra oder Hannya Shingyo bezeichnet wird.