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SOTOZEN-NET > Bibliothek > Grundlegende Schlüsselbegriffe der Lehren des Soto-Zen

Grundlegende Schlüsselbegriffe der Lehren des Soto-Zen

Vorwort

Heutzutage praktizieren viele Menschen außerhalb Japans mit Zazen eine japanische Tradition des Buddhismus. Da diese Tradition in diesen Ländern neu ist, basiert die Übung nicht immer auf dem richtigen Verständnis der Lehren. Bevor wir mit der Praxis beginnen, brauchen wir ein wenig Klarheit über das, was wir tun und warum wir es auf diese Art und Weise tun. Es ist wichtig, die Praxis mit einem Verständnis der grundlegenden Prinzipien und Lehren dessen, was wir tun werden, zu beginnen. Wir brauchen genaues Hintergrundwissen und ein gutes Verständnis der Ideen der Natur des Zazen, sodass wir es richtig und fachkundig praktizieren können. Wir sollten nicht blindlings beginnen. Sonst würde unsere Praxis womöglich fehlgeleitet werden und verloren gehen.  Mehr lesen.

Hier werden wir deshalb grundlegende Schlüsselbegriffe der Soto-Zen-Lehren darlegen, um denjenigen eine Hilfe zu bieten, die diese Art von Hintergrundwissen und Ideen begreifen wollen. Wir haben 24 der grundlegenden Schlüsselbegriffe ausgewählt, von denen wir hoffen, dass sie uns einzigartige Aspekte der Lehren des Soto-Zen zeigen werden.

Wir hoffen aufrichtig, dass dieses Angebot unseren Mitpraktizierenden auf der ganzen Welt helfen wird, ihre Praxis auf einer Grundlage richtigen Verständnisses aufzubauen.

Grundlegende Schlüsselbegriffe

  • In der Verfassung der Soto-shu (Sotoshu Shuken) ist die Lehre des Soto-Zen-Buddhismus (Shushi) beschrieben als: „...die Lehre der Soto-shu hält sich an das wahre Dharma, das einzig von den Buddha-Vorfahren übermittelt wurde. Sie dient dazu, Shikantaza (einfach sitzen) und Sokushinzebutsu (der Geist selbst ist Buddha) zu verwirklichen.“

  • 自受用三昧 - Jijuyu Zanmai
    (sich selbst empfangendes und nutzendes Samadhi)

    1231, vier Jahre nachdem Dogen Zenji aus China zurückgekommen war und sich im Tempel Anyoin in Fukakusa in der Provinz Yamashiro niedergelassen hatte, schrieb er das Bendowa als Antwort auf die Fragen seiner Anhänger. Seit seiner Rückkehr nach Japan hatte Dogen den Wunsch gehegt, das wahre Dharma zu verbreiten und alle Lebewesen zu retten.

  • 身心脱落 - Shinjin Datsuraku
    (Körper und Geist abwerfen)

    Mit dem Begriff Shinjin Datsuraku beschrieb Dogen Zenji (1200-1253) den Zustand, den er nach intensiver Übung des Zen unter Leitung seines chinesischen Meisters Nyojo (1163-1228) am Berg Tendo in China erfuhr. Die wörtliche Bedeutung ist „Körper und Geist abwerfen“.

  • 即心是佛 - Sokushin Zebutsu
    (Der Geist selbst ist Buddha)

    Sokushin Zebutsu (der Geist selbst ist Buddha) zusammen mit Shikantaza ist einer der wichtigsten Ausdrücke im Soto-Zen-Buddhismus. Das Verständnis (jap.: Joto) von Sokushin Zebutsu im Zusammenhang mit Shikantaza umreißt die Doktrin der Sotoshu. Diese Ausdrücke enthalten ihre zentralen Lehren.

  • 袈裟功徳 - Kesa Kudoku
    (Die Kraft der Kashaya)

    Im Zen-Buddhismus existiert eine Tradition der Weitergabe des Kashaya. Kashaya ist Sanskrit und bedeutet Kesa (oder Okesa) auf Japanisch. Kashaya sind die Gewänder, die vom Buddha und seinen Anhängern getragen werden.

  • 現成公案 - Genjo Koan
    (vollständige Offenbarung der unzweifelhaften Wahrheit)

    Genjo Koan ist der Titel der ersten Faszikel der Version des Shobogenzo in 75 Faszikeln, bei dem man davon ausgeht, dass sie von Dogen selbst zusammengestellt worden ist. Der Terminus kommt auch immer wieder in den anderen Schriften Dogens vor

  • 修証一等 - Shusho Itto
    (Einheit und Gleichheit von Praxis und Verwirklichung)

    Shusho Itto (修証一等) beinhaltet Dogen Zenjis Auffassung von der Praxis und Verwirklichung. Shu (修) bedeutet „Praxis“ und Sho (証) bedeutet „Verwirklichung als Ergebnis der Praxis“. Itto (一等) bedeutet „Einheit und Gleichheit“.

  • 非思量 - Hishiryo
    (Nicht-Denken)

    Hishiryo (非思量) bedeutet wörtlich „nicht denken“. Shiryo (思量) bedeutet „denken“ oder „nachdenken“ und Hi (非) ist ein Präfix der Verneinung oder des Widerspruchs. Also hat das Wort Hishiryo die Bedeutung „nicht denken“ bzw. „nicht darüber nachdenken“.

  • 道場大衆一如 - Dojo Daishu Ichinyo
    (Im Handeln und in der Ruhe Eins sein mit der Gemeinschaft)

    Es heißt, dass Dogen Zenji am 18. Juli 1244 im Daibutsuji ansässig wurde. Der Daibutsuji war von seinem wichtigen Unterstützer Yoshishige Hatano erbaut worden. Bevor am 15. Juni 1246 der Name des Tempels von Daibutsuji’ in Eiheiji geändert wurde, schrieb Dogen Zenji das Bendoho (Regeln für die Praxis des Weges).

  • 一佛両祖 - Ichibutsu Ryoso
    („Ein Buddha und zwei Gründer“)

    In der Verfassung der Sotoshu (Sotoshu Shuken) heißt es in Artikel 4, Objekte der Verehrung: „Sotoshu sollte in erster Linie Shakyamuni Buddha sowie seine Gründer Koso Joyo Daishi (Dogen Zenji) und Taiso Josai Daishi (Keizan Zenji) ehren.“

  • 行持道環 - Gyoji Dokan
    (Der Kreis des Weges in der fortwährenden Praxis)

    Gyoji Dokan ist ein Terminus, der die Sichtweise des Soto-Zen-Buddhismus auf die Praxis und Verwirklichung widerspiegelt. Dieser Satz steht am Anfang des Shobogenzo Gyoji, Teil 1:

  • 梅花 - Baika
    (Pflaumenblüten)

    Der Pflaumenbaum mit seiner Blütenpracht wurde während der Tang-Dynastie von japanischen diplomatischen Gesandtschaften aus China nach Japan importiert. Seine Blüten blühen im Vorfrühling und verströmen einen edlen Duft.

  • 佛性 - Bussho
    (Buddha-Natur)

    „Buddha-Natur“ bedeutet die ursprüngliche Natur als ein Buddha, die fühlenden Wesen innewohnt. Gleichzeitig bedeutet sie das Potenzial, ein Buddha zu werden – im Sinne, der Embryo eines Buddhas zu sein (Tathagatagarbha).

  • 有時 - Uji
    (Seinzeit)

    Im Allgemeinen beschreibt uji eine Zeit, in der jemand vorübergehend etwas besitzt, das im Umlauf ist, wie etwa Geld.

  • 道得 - Dōtoku
    (Imstande sein, zu reden)

    Dōtoku bedeutet wörtlich übersetzt „imstande sein, zu reden“. Ich werde im folgenden zeigen, dass dieser Begriff in Dogen Zenjis Lehren eine wichtige Stellung einnimmt. Das chinesische Zeichen Dō hat viele Bedeutungen: ①Weg, Pfad, Straße; ②Bodhi, Erwachen; ③sagen, sprechen, reden; ④ führen, regieren.

  • 平常心是道 - Byojoshin Zedo
    (Der gewöhnliche Geist ist der Weg)

    „Der gewöhnliche Geist ist der Weg“, sagt Baso Doitsu (709-788). Bei Baso erkennen wir eines der Endziele des von Bodhidharma gegründeten chinesischen Zen. Dieser Gedanke Basos wurde auch mit den Worten „Der Geist selbst ist Buddha“ ausgedrückt, die Vorstellung, dass der Geist des Ich an sich Buddha ist.

  • 正法眼蔵涅槃妙心 - Shobogenzo Nehanmyoshin
    (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges, des wunderbaren Geistes des Nirwana)

    Im Buddhismus versteht man unter Shobogenzo Nehanmyoshin die von Generation zu Generation überlieferte Essenz der echten, reinen Lehre. Im Chinesischen wird der Begriff mit acht Schriftzeichen wiedergegeben.

  • 禅戒一如 - Zenkai Ichinyo
    (Die Einheit des Zen und der Gebote)

    Im heutigen Sotoshu finden wir den Begriff der „Einheit des Zen und der Gebote” in Artikel 5 der Sotoshu-Verfassung. Dies ist die einzige Stelle in der Verfassung, an der der Grundsatz der Lehrsätze als wesentlicher Bestandteil der Lehre des Sotoshu erwähnt wird.

  • 発菩提心 - Hotsu Bodaishin
    (Die Erweckung des Strebens nach Erleuchtung)

    Die Redewendung „hotsu bodaishin” bedeutet die Erweckung des Strebens nach Erleuchtung. Üblicherweise bezieht sich das darauf, dass ein Übender den Geist des Bodhisattva hervorbringt, also das Streben nach der Verwirklichung des Buddhatums.

  • 面授 - Menju
    (Die Übertragung von Angesicht zu Angesicht)

    Der Ausdruck „Übertragung von Angesicht zu Angesicht“ bezeichnet die persönliche Begegnung des Meisters mit dem Schüler, bei der die Geheimnisse des Dharmas übertragen werden.

  • 黙照禅、看話禅 - Mokusho-Zen und Kanna-Zen
    (Zen der stillen Erleuchtung und Zen der Koan-Betrachtung)

    Das Zen der stillen Erleuchtung und das Zen der Koan-Betrachtung sind die beiden Strömungen des Zen, die sich im zwölften Jahrhundert im chinesischen Song-Reich entwickelten.

  • 夢中説夢 - Muchu setsumu
    (Einen Traum in einem Traum erklären)

    Der Ausdruck „Einen Traum in einem Traum erklären“ steht für die Situation in einem Traum, wenn jemand einer anderen Person sagt: „Heute habe ich diesen Traum geträumt.“ Man spricht also von etwas ohne jegliche Substanz, einer Illusion ohne jeglichen Wirklichkeitsbezug.

  • 深信因果 - Jinshin Inga
    (Tiefer Glaube in Ursache und Wirkung)

    „Das Prinzip der Kausalität ist offensichtlich und unpersönlich“ ist ein bekannter Ausdruck, der in der Einführung zu dem Text „Die Bedeutung von Praxis und Verwirklichung (Shushogi)“ aufgenommen wurde.

  • 覚触 - Kakusoku
    (Erleuchtung, Erwachew, Gewahrwerden)

    Das Wort „Kakusoku“ ist bis vor kurzem kaum besprochen worden, weder im Zusammenhang mit der Soto-Doktrn noch als Aspekt der Studien zum Soto-Zen. Sehr wenige Soto-Priester verstehen die Bedeutung des Ausdrucks „Zazen ist Kakusoku“.