• messenger
  • Fragen und Antworten
  • Kontakt
  • Suche
Close

SOTOZEN-NET > Bibliothek > Predigten > Januar - Das neue Jahr begrüßen von Issho Fujita

Predigten

Januar - Das neue Jahr begrüßen von Issho Fujita

Frohes neues Jahr an alle!
Ich hoffe, dass Sie im neuen Jahr glücklich und gesund sein werden. Wie haben Sie dieses noch ganz neue Jahr begonnen?
In der Soto-Tradition feiern wir den Neujahrstag in Ausbildungsklöstern in Japan, indem wir spezielle Zeremonien wie Saicho Ninji (Morgengruß des neuen Jahrs), Gakyaku Settai (Besucher empfangen), Tendoku Daihannya (zeremonielles Lesen vom Sutra der Großen Weisheitsperfektion). Im Saicho Ninji sagen die Chiji (Stewards) und Choshu (Präfekten) einstimmig formelle Gratulationen an den Abt auf:

Dieser Tag, an dem das Jahr erneuert wird, ist eine vielversprechende Gelegenheit: Wir drücken demütig unsere Gratulationen aus. Zur Zeit ist das Wetter äußerst kalt: Mit ehrerbietiger Rücksichtnahme auf Sie, Reverend, fragen wir respektvoll an, ob alles in Ordnung ist.

In diesem Moment, wo wir das neue Jahr begrüßen, sollten wir die tiefe Bedeutung von „dieser Tag, an dem das Jahr erneuert wird, ist eine vielversprechende Gelegenheit“ untersuchen. Hier erinnere ich an einen von Daichi Zenjis Verse mit dem Titel Gantan (Neujahrstag).

Wenn mich jemand fragen würde „Was ist das Buddha-Dharma des neuen Jahres?“
würde ich meinen Mund öffnen und sagen „es gibt keine Worte, um es Ihnen zu erklären.“
Wenn das neue Jahr kommt, wird das wahre Gesicht des Frühlings überall um uns herum enthüllt.
Sehen Sie die Dezemberpflaume, die neu erblüht, weil die Frühlingswinde geblasen haben (Nichts ist versteckt. Es muss nicht in Worten gesprochen werden).

Das Glück jedes neuen Jahres liegt im Gefühl der Erneuerung und Frische, wenn wir den Beginn des ganz neuen Jahres begrüßen. Aber im Zen sollten wir jeden Tag als Neujahrstag leben, nicht war? Wir essen jeden Tag Mahlzeiten. Wenn das Essen von Mahlzeiten unsere Übung ist, sollten wir jede Mahlzeit mit einer völlig frischen Einstellung essen, als ob es die erste (und die letzte) Mahlzeit in unserem Leben sei. Wir sitzen jeden Tag im Zazen. Aber wir sollten jeden Zazen so sitzen, als ob wir es zum ersten Mal in unserem Leben tun würden. Wenn wir uns zu sehr an Zazen gewöhnen und die Frische in unserer Einstellung verlieren, hört es auf, eine Übung zu sein. Es wird einfach „Routinearbeit“.
Das „Buddha-Dharma des neuen Jahres“ ist also der Buddhismus, jeden einzelnen Tag als Neujahrstag zu leben. Wenn jeder Tag ein glücklicher Tag ist, wird unser ganzes Leben glücklich und ein Grund zu Gratulationen. Nicht nur der Neujahrstag ist glücklich, sondern auch jeder Tag. Es ist wirklich ein Glück, dass jeder Tag glücklich ist.

Wir begegnen jedem Tag neu. Dies ist die richtige Einstellung, um in der unbeständigen Welt zu leben. Alles ist in ständigem Fluss: Es hört nie auf. Wir werden nie denselben Tag zweimal erleben können. Jeder Tag ist der erste und letzte Tag für uns. Wir müssen unser eigenes einzigartiges „HEUTE“ frisch und ohne Nachahmungen und Wiederholungen erfinden. Moment für Moment sollten wir uns selbst erneuern und den „Neujahrstag“ erzeugen.
Hier ist einer von Dogen Zenjis Jodo (Dharma-Hallenrede), am ersten Tag des Jahres von Eihei Koroku (Dogens ausführlicher Bericht);

Heute ist der Beginn eines neuen Jahres [1241] und auch ein Tag mit drei Morgen. Ich sage drei Morgen, weil es der Beginn des Jahres, Beginn des Monats und Beginn des Tages ist.
Hier ist eine Geschichte. Ein Mönch fragte Jingqing Daofu „Gibt es Buddha-Dharma am Beginn des neuen Jahres oder nicht?“
Jingqing sagte „Es gibt.“
Der Mönch fragte „Was ist Buddha-Dharma am Beginn des neuen Jahres?“
Jingqing sagte „Der Neujahrstag beginnt mit einer Segnung, und die zehntausend Dinge sind völlig neu.“
Der Mönch sagte „Danke, Lehrer, für Ihre Antwort.“
Jingqing sagte „Dieser alte Mönch hat heute die Überlegenheit verloren.“
Ein Mönch fragte Mingjiao Zhimen Shikuan „Gibt es Buddha-Dharma
am Beginn des neuen Jahres oder nicht?“
Mingjiao sagte „Es gibt es nicht.“
Der Mönch sagte „Jedes Jahr ist ein gutes Jahr, jeder Tag ist ein guter Tag; warum gibt es kein [Buddha-Dharma am Beginn des neuen Jahres]?“
Mingjiao sagte „Alter Man Zhang trinkt und alter Mann Li wird betrunken.“
Der Mönch sagte „Großer Älterer, [Sie sind wie] ein Drachenkopf und Schlangenschwanz.“
Mingjiao sagte „Dieser alte Mönch hat heute die Überlegenheit verloren.“
Der Lehrer Dogen sagte: [Beide Lehrer] sagen das Gleiche „Dieser alte Mönch hat heute die Überlegenheit verloren.“
Wenn sie eine solche Geschichte hören, sagen viele Leute „Dies sind gute Geschichten über [Lehrer], die die Überlegenheit [in einem Dialog] verlieren“ Dieser Bergmönch [Dogen] ist überhaupt nicht einverstanden. Obwohl Jingqing und Mingjiao von einem Verlust sprechen, sehen sie noch keinen gewinnen. Wenn jemand mich, Kosho, fragen würde, ob es Buddha-Dharma am Beginn des neuen Jahres gibt oder nicht,
würde ich ihm sagen: Es gibt.
Wenn der Mönch antworten würde „Was ist Buddha-Dharma am Beginn des neuen Jahres?“
Würde ihm dieser Bergmönch sagen: Möge wirklich jeder, ob er sitzenbleibt oder aufsteht, zehntausend Segnungen haben.
Wenn der Mönch sagen würde „In diesem Fall werde ich entsprechend dieser Aussage üben.“
Dieser Bergmönch würde ihm sagen: Ich, Kosho, habe heute Überlegenheit nach Überlegenheit.
Jetzt üben Sie bitte.

[Übersetzung von Taigen Dan Leighton & Shohaku Okumura]

Ich hätte gerne, dass Sie über diese Vorstellung von Dogen Zenjis Vorstellung von „Buddha-Dharma und der Beginn des neuen Jahres“ nachdenken.

Warum sollten wir in diesem Jahr nicht eine ernsthafte Anstrengung unternehmen, um das ewige uralte Buddha-Dharma („Dezemberpflaume“) zu bereichern und zu erneuern, sodass es im Jahr 2012 in ganz neuer Form frisch erblüht!